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Samstag, 11. September 2010

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Die Berlinparade im Jahr 2008

Aug. 2008 - Von Lutz Matscholl / Ralph Bauer / Kerstin Schmitt, Andreas Weschenfelder

Berlinparade vom 24. März 2008: Nach einer äußerst miesen Wetterwoche war ausgerechnet und glücklicherweise unser erster Demo-Termin des neuen Jahres am Ostermontag von einem absolut super Wetter verwöhnt. Blauer Himmel, Sonnenschein und trockene Straßen machten vielen Berliner Skatern eine gute Laune. Immerhin 237 gefühlte Skater und Skaterinnen packten zum ersten Mal in diesem Jahr am Potsdamer Platz ihre Rollen aus und hatten trotz ernstem Demo-Anlass ihren Spaß: Immer noch nicht hat die Politik die "Straßen für Skater!" freigegeben. Wenigstens einige ausgewählte Straßen wie beispielsweise die im an den Wochenenden verwaisten Regierungsviertel könnten ohne viel Aufwand für unseren Freizeitsport zur Verfügung gestellt werden!

Berlinparade vom 13. April 2008: Straßenfreigabe für Skater - wenigstens an den Wochenenden! Die Berlinparade 2008 kommt ins Rollen - bei unserer zweiten Demo trafen sich etwa 50% mehr Skater als vor drei Wochen am Ostermontag. Weit über 300 engagierte Demoteilnehmer hatten wieder Glück mit dem Wetter: Überwiegend war es sonnig, das förderte die gute Laune. Und unser Kundgebungs-Zwischenstopp auf dem Ludwigkirchplatz war gut gewählt, es wurde Zeit, dass auch die Wilmersdorfer mal wieder mit unseren Forderungen versorgt wurden. Am 27. April geht's es im erstem Berliner Volksentscheid um die Zukunft des Flughafens Tempelhof. Die wollen wir mitgestalten: Skaten auf dem Flughafen Tempelhof!

Berlinparade vom 27. April 2008: Skaten in Parks und Grünanlagen! Das war unsere Forderung der Berlinparade-Demo. Berlin hat nur sehr wenige skatertaugliche Strecken abseits der Straßen. Das muss anders werden! Rollfähiger Untergrund kostet nicht viel, noch weniger kostet die Freigabe von Straßen und vorhandenen asphaltierten Wegen in grünen Bereichen der Stadt, die für uns Skater freigegeben werden könnten. Das sahen an diesem Sonntag fast 500 Skater und Skaterinnen genauso und rollten dafür bei herrlichstem Wetter entspannt durch die City Ost und City West. Viel Aufmerksamkeit auch an unserem Kundgebungsplatz an der Gedächtniskirche war garantiert.

Berlinparade vom 12. Mai 2008: Skaten in Tempo 30 Zonen! Natürlich wollen wir dort - unter Berücksichtigung der StVO, klar - auf den Straßen skaten und damit aktiv zur Verkehrsberuhigung in diesen Anwohnerbezirken beitragen. Das ist eine unserer zentralen Forderungen, die wir am Pfingstmontag lautstark durch die Stadt trugen. Kurze Hosen waren angesagt, schöner konnte das Wetter an diesem Feiertag nicht sein. Die große Runde führte uns dieses Mal von Mitte aus durch Kreuzberg nach Treptow, wo es am schattigen Treptower Park unsere Kundgebungspause gab. Dann ging's "hoch" zum zukünftigen Skaterparadies (?) Flughafen Tempelhof, um anschließend entspannt wieder hinunter zu Start und Ziel am Potsdamer Platz zu rollen.

Berlinparade vom 23. Mai 2008: Skaten auf Angebotsstreifen! Wir demonstrieren und skaten wieder durch die Blaue Stunde in die Nacht hinein. Am Freitag trafen sich um 20 Uhr am neuen Treffpunkt nahe S-Bahnhof Tiergarten vor dem Ernst Reuter Haus wieder mehrere hundert Skater, um unserer Forderung "Skaten auf Angebotsstreifen" Nachdruck zu verleihen. Gemeint sind die neuen Radfahrstreifen, die der Senat auf der Straße anlegen lässt. Warum sollen die nur für Radfahrer sein? Dort wäre auch Platz für uns Skater, sind wir doch auch nicht schneller oder langsamer als die Zweiradfahrer.

Berlinparade vom 6. Juni 2008: Skaten für die Fitness! Damit ist natürlich gemeint, dass Skaten eine sehr gesunde Fortbewegung ist, für deren Ausübung mehr Raum und Möglichkeiten geschaffen werden muss. Und es ist mit Sicherheit auch eine politische Forderung, eine Forderung an unsere Gesundheitspolitiker, die wir heute lautstark auf unserer 31 km langen Strecke zwischen dem Roten Rathaus und dem Kurfürstendamm sowie auf der Zwischenkundgebung an der Gedächtniskirche kundtaten. Das Klima an diesem Freitagabend war im Übrigen erstklassig und lockte etwa 500 Demoteilnmehmer auf die Rollen und auf die Straße.

Die Parade vom 4.07.08 ist ins Wasser gefallen.

Bei der Berlinparade vom 18. Juli 2008 haben wir uns das BGH-Urteil vom 19. März 2002! zum Thema genommen. Am 19. März 2002 urteilte der Bundesgerichtshof: Inline-Skates sind - bis zu einer ausdrücklichen Regelung durch den Verordnungsgeber - als "ähnliches Fortbewegungsmittel" im Sinne des StVO § 24 Abs 1 anzusehen; daher sind Inline-Skater grundsätzlich den Regeln für Fußgänger zu unterwerfen. Ein für uns unhaltbares Urteil, das völlig an der Praxis unseres Sports vorbei geht ... und nun schon sechs lange Jahre einer gerechten, neuen Regelung harrt.

Am 1. Aug. 2008 Ist es wieder ein Kampf mit dem Wetter. Regen ist angesagt, daher kommen nur wenige Skater, die 33 km lange Strecke abzurollen. Das Motto heißt "Skaten in Parks und Grünanlagen". Also nahe den Wohnquartieren und nicht "j.w.d." am "A.d.W." Doch in den Parks sind die Wege nur mit Sand befestigt. Ungeeignet zum Rollen, nur zum Spazieren gehen. In vielen Parks könnte man zumindest einen Rundweg asphaltieren damit Inliner, Skateboarder, Rollschuhe und Kickboards nicht im Sand steckenbleiben.

Die Parade am 15.08.2009 sollte unter dem Thema "Skaten auf Radwegen stattfinden. Das regnerische Wetter an diesem Freitag hat die Demo verhindert.

Am 12.09.2008 sind wir dann zur Thematik "Skaten in Tempo 30 Zonen" durch Berlin gerollt. Wir rollten mit unseren Forderungen wie die Freigabe zur Benutzung der Fahrbahn durch Skater in Tempo-30-Zonen, die Freigabe von geeigneten Fahrradwegen für Skater und die Befestigung bzw. skatergeeignete Umgestaltung von Parkwegen für Skater u. a. über den Kurfürstendamm, den Wittenbergplatz und Mehringdamm zum Potsdamer Platz. Auf der Zwischenkundgebung am Potsdamer Platz haben wir unsere Forderungen erläutert. Zurück ging es durch Alt Moabit zum Startpunkt am Ernst Reuter Haus an der Straße des 17. Juni.

"Mehr Trainingsmöglichkeiten für Skater" ist das Thema unserer Demo am 26.09.2008. Da diese Demo am Vortag des Real Berlin Marathon stattfand, waren viele nationale und internationale Anhänger des Skatens mit uns gemeinsam auf Tour. Das Skaten eine sportlich-ambitionierte und gesunde Bewegungsvariante für die Freizeit ist, sollte nach den vielen Jahren, in denen es diesen schönen Sport gibt, jeder begriffen haben. Und wer Sport macht, braucht Möglichkeiten zu trainieren, auch Inlineskater. Zur Darstellung dieser Forderung rollten wir durch die Hauptstadt.

Alle sprechen über Klimaschutz! Wir demonstrierten am 12.10.2008 zur Thematik "Skaten ist umweltfreundlich und klimaschonend" Viele begeisterte Anhänger fuhren mit uns durch die Berliner Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Wilmersdorf und Charlottenburg um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Von Umwelt- und Klimaschutz reden ist eins ? wir wollen Taten sehen und hierzu zählen besonders alternative Fortbewegungsmöglichkeiten wie auch das Skaten.

Die Berlinparade am 26.10.2008 stand unter dem Leitthema "Mehr Trainingsmöglichkeiten im Winter". Für die meisten nicht in Vereinen fahrenden Skater heißt Winterzeit zugleich kaum Möglichkeiten zum skaten. Unsere Forderungen wurden in den Bezirken Mitte, Kreuzberg, Schöneberg und Charlottenburg währen der Fahrt lauthals kundgetan. Auf dem Fehrbelliner Platz fand dann die Zwischenkundgebung statt. Hier wurden Möglichkeiten wie: "auf Angebots- bzw. Radstreifen ließe sich auf Skates prima im Verkehr mitschwimmen.... wenn dann Skater auch in Bussen und Bahnen erlaubt wären .... und die mögliche Festschreibung einer Skaterbeleuchtung in dunkleren Stunden " dargestellt. Im Anschluss ging es an der deutschen Oper vorbei nach Moabit und über den Berliner Hauptbahnhof zurück zum Startpunkt.

Aus Anlass des 19. Jahrestages des Mauerfalls suchten wir am 09.11.2008 nach geeigneten Wegen entlang der ehemaligen Berliner Mauer. Hierzu starteten wir am Roten Rathaus in Berlins Mitte. Das Motto lautet diesmal: "Skaten entlang des Mauerwegs!". Daher führte ein großer Teil unserer Strecke an diesem Sonntagnachmittag entlang der früheren Mauer. Dort könnte man vielerorts geeignete Skaterwege anlegen, wie z.B. die "Ostkrone" in Treptow. Mit unserem Motto "Skaten entlang des Mauerwegs" forderten wir daher, mehr solcher Skatemöglichkeiten zu schaffen. Die Strecke unserer Demo war ca. 25 Kilometer lang.

Am 30.11.2008 war die nun schon traditionelle Weihnachtsdemo angesagt. Unseren Startplatz vor dem Roten Rathaus belegte der Weihnachtsmarkt, also verschoben wir unsere Abfahrt vor das alte Stadthaus (gleich hinter dem Roten Rathaus). Unser Ziel war es, bei der letzten Berlinparade des Jahres, den bescheidenen, frommen Wunsch nach freiem Skaten in Tempo 30 Zonen durch Berlins weihnachtlich geschmückte Innenstadt zu tragen. Vielleicht brauchen wir ja die Hilfe vom Weihnachtsmann, da unsere Politiker nicht so richtig an dieses Thema ran wollen. Als Weihnachtsengel und Weihnachtsmänner hatten wir uns alle in entsprechende lustige Outfits gekleidet. Diese Abschlussparade des Jahres 2008 war dementsprechend eine Demo in Rot, Weiß und mit leuchtenden Wunderkerzen.



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