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Die Berlinparade im Jahr 2005

Aug. 2008 - Von Lutz Matscholl / Kerstin Schmitt

Anlässlich der im September 2005 stattfindenden Bundestagswahl fragt die Berlinparade bei den großen Parteien an, wie diese zu unseren bundespolitischen Forderungen für die Inline-Skate-Verkehrspolitik stehen. Unsere öffentliche Anfrage ist an die Bundesgeschäftsstellen von Bündnis90/Die Grünen, CDU, FDP, PDS und SPD geschickt worden. Sie wurde der Presse mitgeteilt sowie auf den Internetseiten der Berlinparade veröffentlicht. 2005 rollt die Berlinparade zu den Bundesparteizentralen, um dort ihre unsere Forderungen zu übergeben und den Politikern Fragen zu stellen.

Die Berlinparade ist die bundesweit einzige Inline-Skater-Demonstration, die sich seit fünf Jahren nachhaltig für Verbesserungen der Inline-Skater-Situation inner- und außerhalb des Straßenverkehrs einsetzt. Kernpunkt ist eine bessere rechtliche Stellung der Skater in der Straßenverkehrsordnung. Denn Inline-Skates dienen nicht nur dem sportlichen Freizeitvergnügen, sondern sind auch ein ökologisch wertvolles Verkehrsmittel.

2005 gab es leider keine Oster-Parade. Zum Einen war das Wetter noch so saukalt und nassschlecht, dass wir uns nicht getraut haben.
Zum Anderen waren wir noch damit beschäftigt, unser TEAM zu verstärken. Zu viele 'helfende Hände' hatten uns verlassen, zu viele 'kluge Köpfe' mussten uns den Rücken kehren um in anderen Teilen der Republik ihrer Arbeit nachzugehen. Andere haben sich einfach zurückgezogen und den Rest der Mannschaft auf der Organisation der Parade sitzen lassen.

Bei der Demonstration am Freitag, den 13. Mai 2005 ging es in diesem Jahr endlich wieder los! Absolut kein Unglückstag - alles war gut! Mit dem Schlossplatz in Mitte nahe dem Alexanderplatz haben wir wieder einen zentralen und sehr gut erreichbaren Treffpunkt mitten in Berlins Mitte. Die Route bei dieser ersten Parade führte durch: Friedrichshain, Kreuzberg, Tempelhof, Schöneberg, Tiergarten und zurück nach Mitte.

Heiß war es, sehr heiß - an diesem letzten Wochenende im Mai! Die Berlinparade vom 27. Mai 2005: Eine schöne Parade, Strecke, Wetter, weit über 500 Teilnehmer, alles war prima. Die Parade führte durch: Friedrichhain, Lichtenberg, Hohenschönhausen und Prenzlauer Berg. Es gab nun endlich Berlinparade-T-Shirts zu kaufen. Lange wurden wir immer wieder danach gefragt.

Berlinparade vom 24. Juni 2005: Auch wenn sich der Himmel am Abend zuzog, das Regenradar ringsum Berlin Niederschlag anzeigte, der Himmel hatte mit uns Skatern einmal mehr ein Einsehen und ließ unsere Rollen trocken rollen. Der Weg bei dieser Parade: Die Torstraße in Mitte, das Regierungsviertel und der neue Hauptbahnhof, Moabit, Siegessäule, die Straße des 17. Juni, Potsdamer Platz und Kurfürstendamm, Charlottenburg, Schöneberg und durch Kreuzberg zurück zum Roten Rathaus in Mitte.

 


Unter dem Motto "Berlinparade rollt zu den großen Bundesparteien" war am 5.August 2005 als erste die "Linke.PDS" an der Reihe.
Dazu hat die Berlinparade die wichtigsten Forderungen der Inline-Skater aufgeschrieben und dazu passend ein paar Fragen formuliert. Diese Dokumente wurden den Parteien zur Vorbereitung schon vorher übermittelt.
Um kurz vor acht war über Berlin der Himmel schwarz und es begann schon bezirksweise zu tröpfeln. Die Entscheidung, loszufahren oder abzusagen und zu verschieben war wieder sehr schwierig und knapp. Bis buchstäblich um "fünf vor Acht" haben wir die Entscheidung hin und her gewälzt und uns dann doch entschlossen loszurollen.

Bis zum Karl-Liebknecht-Haus der Linken.PDS war es ja nicht weit, und dort standen schon die Kandidaten bereit. Nach 10 Minuten waren wir dort. Haben unsere Forderungen abgegeben und die Antwort der Linken.PDS entgegengenommen.

Später auf der Strecke an der Ecke Torstraße/Friedrichstraße halten wir den Zug an. Alles spricht dafür, dass es in Kürze einen heftigen Regenguss geben wird. Wir beraten uns kurz mit der Einsatzleitung der Polizei. Die Frage an die Teilnehmer: "Wollt ihr wirklich weiterfahren?" wird natürlich mit einem lauten kräftigen "JA" beantwortet. Aber trotzdem entscheiden wir uns, die Strecke abzukürzen und auf dem schnellsten Weg zum Roten Rathaus zurück zu rollen. Wir hoffen dort noch im trockenen anzukommen. Kommando: Links rum und zurück. Geschafft! Trocken zurück. Mission erfüllt!

Unter dem Motto "Berlinparade rollt zu den großen Bundesparteien" ging es am 19. August 2005 zur FDP. Dort überreichten wir einen Fragenkatalog zur Inline-Skate-Politik. Wie immer startete unsere Demo vor dem Roten Rathaus. Das Wetter war diesmal klasse. Gegen 20.45 Uhr erreichten wir die Reinhardstraße in Mitte. Vor dem Thomas Dehler Haus (Parteizentrale der FDP) empfängt uns der FDP Spitzenkandidat für Berlin, Markus Löning.

Zunächst übergab Stephan Imm Herrn Löning noch einmal offiziell unseren Fragenkatalog. Stephan Imm wies in seiner Rede auf die Benachteiligung der Inline-Skater hin. Er führte aus, dass Inline-Skater immer noch gezwungen werden, auf dem Gehweg zu fahren und beklagte, dass er nicht genug Flächen in der Stadt zum Skaten gebe. Schließlich schlug er vor, in der verkehrsarmen Zeit, z.B. abends und am Wochenende das Regierungsviertel für Inline-Skater freizugeben.

Markus Löning bekannte sich in seinem Wortbeitrag dazu, auch selbst zu skaten. Er führte aus, dass Gesetze und Regelungen oft gut und notwendig seien, aber man nicht alles zu ernst nehmen müsse. Hier gab es lauten Beifall, wurden diese Worte doch so verstanden, dass man fahren solle, wo man wolle. Sicherlich hat er das so nicht gemeint und in seinem und unserem Interesse regen wir an die vorhandenen Verkehrsregeln weiter zu beachten. Zum Schluss lobte Löning unsere Idee, das Regierungsviertel für Inline-Skater freizugeben. Diese Idee wolle er unterstützen.


Am Ende ergriff Stephan noch einmal das Wort. Er bedankte sich, dass die FPD die Zeit gefunden hatte, uns zu empfangen. Das ist leider heutzutage nicht selbstverständlich, wurde doch die Berlinparade von der CDU ausgeladen und gebeten, nach der Wahl noch einmal anzufragen. Mit den Worten "in vier Jahren kommen wir wieder", verließen wir die FDP. Hier ist die schriftliche Antwort der FDP zum nachlesen. Die haben wir umgehend erhalten.

Berlinparade vom 02. September 05: Unter dem Motto "Berlinparade rollt zu den großen Bundesparteien" war heute als dritte die SPD an der Reihe. Es ging zum Willy Brandt Haus, der Parteizentrale der SPD in die Stresemannstraße. Nach ca. 20 Minuten waren wir dort. Im Foyer war Platz für alle. Das Wahl-Café war noch auf. Aber wir wandten uns erstmal unserer offiziellen Mission zu. Wir hatten einen Brief im Gepäck.

Petra Merkel, Direktkandidatin im Wahlkreis 81 Charlottenburg/Wilmersdorf, Platz 2 der Landesliste, Ahmet Iyidirli Direktkandidat Friedrichshain/Kreuzberg, Platz 8 der Landesliste, und Uta-Maritta Biermann SPD-Parteivorstand, Referentin für Umwelt- Energie und Verbraucherpolitik empfangen uns. Herr Markus H. Kringel, auch SPD-Parteivorstand, zuständig für Koordination Sportpolitik, konnte leider nicht anwesend sein, er steht uns aber als Ansprechpartner der SPD in Sachen Inline-Skaten zur Verfügung.

     

Zunächst erläutert wieder Stephan Imm die Probleme der Inlineskater im Straßenverkehr und beklagt die mangelnden Möglichkeiten zum Skaten in Berlin. Mit dem Hinweis, dass es in anderen europäischen Ländern besser geht, übergibt er den großen Brief mit unseren Forderungen. Dann erhalten Petra Merkel, und Ahmet Iyidirli das Wort und sagen uns, dass sie sich bemühen wollen es besser zu machen. Dann wird noch ein Gruppenfoto gemacht und die Skater bedanken sich mit einer laut schallenden La-Ola-Welle.
Hier ist nun die schriftliche Antwort der SPD nachzulesen oder als Word-Dokument zum herunterladen. Die SPD hat uns übrigens eingeladen, die Skaterprobleme nach der Wahl im kleinen Kreis weiter zu verfolgen und konstruktiv an Lösungen zu arbeiten. Das werden wir gerne annehmen.

Unter dem Motto "Berlinparade rollt zu den großen Bundesparteien" waren am 9. September 05 die Grünen an der Reihe. Knapp eine Woche vor der Wahl geht es zur Bundesparteizentrale, der Bündnis90 Die Grünen vor dem Neuen Tor. Das Wetter ist sehr gut. Leider kommen nur etwa 300-400 Skater. Nach ca. 20 Minuten waren wir dort. Vor dem Haus ist Kopfsteinpflaster, doch dadurch lassen wir uns nicht abschrecken.
Steffi Lemke, politische Bundesgeschäftsführerin empfängt uns. Es ist schon dunkel. Alle gucken nach oben zu dem beleuchteten Balkon im gelben Haus, doch Frau Lemke steht schon unten unter uns. Es gibt keine "Rede vom Balkon".
Die Darstellung der Skaterprobleme und die Erläuterung unserer Forderungen fällt heute bei Lutz etwas kürzer aus als sonst. Die Antworten bekommen freundlichen Beifall, sie sind im Sinne der Skater.

     

Nur als dann von "Erfolgen" bei den Ostsee-Deichen und den neuen Wegen an der Oder die Rede ist, legt Lutz nach und weist darauf hin, dass der Fläming-Skate zwar direkt vor der Haustür der Berliner sei, jedoch immer mindestens eine Stunde Anfahrweg erfordert. Zu lange, um nach Feierabend 'mal schnell' eine Runde Ausgleichssport zu betreiben. Benötigt werden Skatemöglichkeiten nahe den Wohnquartieren. Hier ist nun die schriftliche Antwort der Grünen nachzulesen oder als WORD-Dokument zum herunterladen.
Auch hier werden wir eingeladen, die Skaterprobleme nach der Wahl im kleine Kreis weiter zu verfolgen und an Lösungen konstruktiv mit zu arbeiten. Das werden wir gerne annehmen.

Am Vorabend des Berlin-Marathon Inline-Skating 2005 hatte die Berlinparade am 23. September 05 fast 500 Teilnehmer, einschließlich zahlreicher Gäste in bunten Renntrikots, die wegen des Berlin-Marathons in die Stadt gekommen waren. Das brachte eine Stunde nach Sonnenuntergang und angenehmen 22 Grad auf einer schönen Sightseeingstrecke eine sehr gute Stimmung in die Stadt.

Am 7. Oktober 2005 war unsere letzte "Skatenight" in diesem Jahr. Bereits beim Start der Berlinparade ist es jetzt Anfang Oktober bereits dunkel. Was aber viele Skater nicht davon abhält mit Blinkies und Leuchtrollen ausgestattet für mehr Rechte der Skater - auch nachts - zu demonstrieren.

Berlinparade vom 23. Oktober 2005: Wir haben uns sonntags verabredet, um 15 Uhr ist es noch hell und warm. Außerdem sollen auch andere die Möglichkeit bekommen bei uns mitzurollen, die spät abends nicht kommen können. Am Sportforum machen wir Pause und es gibt unsere Informationen. Im Prenzlauer Berg schüttet es dann vom Himmel wie aus Eimern gegossen. Am Roten Rathaus angekommen ist keine Faser mehr trocken. In den Stiefeln schwappt das Wasser. Es trieft und tropft... So schnell war noch keine Berlinparade zu Ende.

Berlinparade vom 30. Oktober 2005: Die letzte reguläre Berlinparade des Jahres war ganz prima. Das tolle Wetter lud wieder viele Teilnehmer ein, die durch eine dufte Stimmung und einen grandiosen Sonnenuntergang belohnt wurden. Die Strecke war leider Baustellen bedingt mit ca. 24 km etwas kürzer als geplant. Und es war Halloween-Sonntag! Einige Skater und Skaterinnen standen mit ihren fantasievollen Verkleidungen im Mittelpunkt unserer Demo und waren gern "Opfer" unserer Berlinparade-Fotografen.

Nikolaus-Berlinparade vom 27. November 2005: Skaten im vorweihnachtlichen Kerzenschein - welche Stadt außer Berlin kann das bieten? Cool mit kühlem Kopf rollten über einhundert Skater und Skaterinnen, darunter viele Weihnachtsmänner und einige Nikoläusinnen, die geschmückten Plätze und Einkaufstraßen Berlins ab und gaben ihren Wunschzettel ab: "Mehr Rechte für Skater!"


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